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Sonntag, 14.08.2022

Königsbach: Saskia Löwel gelingt das Kunststück nochmal

Foto: Laura Beying
Foto: Laura Beying

Schon gestern führte Saskia Löwel die S*-Dressur von Königsbach an, nun sollte der selbstständigen Ausbilderin aus Wiesloch das Kunststück nochmal gelingen. Im Sattel ihrer Fürstenballerina Live führte die 27-Jährige mit bärenstarken 71,825 Prozent überlegen das Feld der 20 Paare an. Allein schon von der Grundqualität her zählte die erst achtjährige Schweizer Tochter des Fürstenball zu den besten Pferden des Feldes, doch ihre Ausbilderin verstand es auch heute sie bestens in Szene zu setzen. Löwel fand ein schönes Zwischenspiel zwischen einer dynamischen Trab-Tour, entspannten Schritt-Reprisen und einer fehlerfreien Galopp-Tour. Da waren sich auch die drei Richter Frank Uhde, Doris Bürger und Heidi Lebherz einig.

Auf Rang zwei trabte Andrea Dlugos mit dem Württemberger Wallach Royal Faristo aus der Zucht und dem Besitz von Anton Herre. Der kapitale Braune verfügt ebenfalls über viel Qualität, etwas schüchtern guckte der Nachkomme des Royal Doruto noch in die ein oder andere Ecke. Doch mit ihrer jahrelangen, hochdekorierten Expertise wusste Dlugos Royal Faristo souverän ins Ziel zu führen. 69,206 Prozent bedeuteten Rang zwei für das Duo von der Ostalb, für Jerome Schaack und Happy Harley, die mit 68.968 Prozent Dritte wurden. Ina Casper und FBW Dancing Mirena (Z.: Erwin Feichtenbeiner) wurden Vierte, vor Andrea Dlugos, die Zweitpferd Fuchs Peter noch auf Platz fünf führte.

Martin Leopold, erster Vorsitzender des Reit- und Fahrverein Königsbach, zog am Rande des Dressurturnier eine positive Bilanz. Mit den Nennungszahlen zeigte sich Leopold sowohl für das Dressur- als auch das Springwochenende zufrieden, die Klagen anderer Veranstalter hatten ihn zunächst nachdenklich bestimmt. Nachdem der Reitverein Königsbach 2020 erstmals in der Vereinsgeschichte auf das Austragen eines Turniers pandemiebedingt verzichtet hatte, hatte man im vergangenen Jahr das Spring- und Dressurwochenende unter Auflagen getrennt, aber stattfinden lassen. „Sehr zur Freude der Dressurreiter“ erinnert sich Martin Leopold zurück. „Da die Trennung von Dressur- und Springwochenende gut ankam, wollten wir diesem Wunsch auch in 2022 nachkommen.“ Die Nennzahlen geben ihm Recht. Damit der Zeitplan nicht gesprengt wird, bekommt die Jugend ihren eigenen Reitertag im Herbst. „Die Nachwuchsförderung ist ganz wichtig für uns!“ Martin Leopold mahnt nicht in einen Teufelskreis zu verfallen. „Wenn wir mit kleinen Prüfungen keine Anreize für den Nachwuchs setzen, dann fehlen nicht nur Turnier-Einnahmen in der Vereinskasse, irgendwann kommen gar keine Kinder mehr zum Reiten.“ Deshalb macht auch der Landesjugendcup Halt auf den Königsbacher Turnieren.

Christian Kraus, Vorsitzender des benachbarten Pforzheimer Reitervereins aber auch Vorsitzender des nordbadischen Reiterrings Hügelland, unterstützt als Sponsor gerne das Turnier in Königsbach. „Hier wird was getan und dann stimmen auch die Nennzahlen.“ sagte Kraus am Rande des Turniers. Für Veranstalter, die „nur auf dem Rücken liegen und jammern“ habe er wenig Verständnis. „Wenn nach 20 Jahren in einem Restaurant die Gäste ausbleiben, muss ich mich auch fragen, ob der Koch und die Speisekarte noch die Richtigen sind.“ Wahre Worte! Schon am nächsten Wochenende geht es im Reitverein Königsbach im Parcours rund. Als Turnierhöhepunkt wird ein Springen der Klasse S* mit Siegerrunde am Sonntagnachmittag ausgetragen. (akb)

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