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Samstag, 13.02.2021

BGH begründet Urteil: Eltern müssen auf ihre Kinder bei Turnieren aufpassen

Der Fall dürfte vielen bekannt sein: Bei einem Turnier in Weisweil 2011 kletterte ein unbeaufsichtigtes Kind in einen Pferdeanhänger und wurde vom Huf des Pferdes am Kopf getroffen. Nun hat der Bundesgerichtshof, nachdem das Landgericht Freiburg und das Oberlandesgericht Karlsruhe die Pferdebesitzerin an den Folgekosten beteiligen wollte und die wiederum den Verein verklagt hatte, entschieden. Aus dem Urteil (Az. VI ZR 2010/18 u.a.) geht hervor, dass das Kleinkind so hätte beaufsichtigt werden müssen, dass es jederzeit an die Hand genommen werden kann. Auch Eltern älterer Kinder "ohne ausreichendes Gefahren- und Verantwortungsbewusstsein", so das Gericht, wären zum Aufpassen verpflichtet gewesen. Der Bundesgerichtshof spricht somit den Verein und die Pferdebesitzerin frei und wies die Klagen ab. Beide hätten keine weitere Vorkehrungen treffen müssen.

Die Eltern hatten zusammen mit Freunden und Verwandten an einem Biertisch gesessen und das etwa vierjährige Kind aus den Augen gelassen. Das habe isch einem ordnungsgemäß abgestellten Anhänger mit zwei Pferden genähert, der offen stand, weil es sehr warm war. In den Vorinstanzen wurde argumentiert, dass Pferde Anziehungskraft auf Kinder ausüben würden und somit ein Aufpasser auf die Wiese hätte gestellt werden müssen. Auch die Eigentümerin des Pferdes hätte ihr Pferd nicht einfach verlassen dürfen.

Das hat das BGH nun anders eingeordnet. Das sind gute Nachrichten für die Veranstalter. (mos)

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