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Dienstag, 01.12.2020

Im Interview: Michael Jung über sein EM Statement

Michael Jung hat sich mit einem eindeutigen Statement für die Durchführung der Europameisterschaft in der Vielseitigkeit 2021 ausgesprochen. Der mehrfache Sieger dieses Championats weiß um dessen Bedeutung, auch im Jahr der Olympischen Spiele. Deren coronabedingte Verlegung auf 2021 hatte zunächst für die Absage der Europameisterschaften gesorgt. Nun wurde bekannt, dass die Springreiter in Riesenbeck auf der Anlage von Ludger Beerbaum und die Dressurreiter in Hagen auf Hof Kasselmann im kommenden Jahr um die Titel reiten werden. Für die Vielseitigkeit konnte bislang allerdings keine Lösung gefunden werden.

Welche Stellenwert haben die Europameisterschaften im Vielseitigkeitssport allgemein und speziell für dich?

Championate sind immer etwas besonderes, egal auf welcher Ebene sie stattfinden. Es geht um Medaillen und das hat nochmal einen ganz besonderen Stellenwert. Die Europameisterschaft ist immer wieder ein Highlight, auch für mich. Auch Sponsoren, Pferdebesitzer, Pfleger, Züchter, Reitsportfans und alle anderen Beteiligten wertschätzen Championate besonders. Die Durchführung der Olympischen Spiele im gleichen Jahr ist in meinen Augen kein Grund für eine Absage, schließlich können in Tokio nur drei Reiter für jede Nation an den Start gehen. Für andere, auch junge Reiter, ist die Europmeisterschaft zudem eine wichtige Station für die Weiterentwicklung.

Was hat dich dazu bewogen, dich öffentlich für die Europameisterschaft einzusetzen?

Vorab möchte ich ganz klar sagen, dass ich keine Werbung für einen bestimmten Veranstalter machen möchte, sondern Werbung für ein Championat. Mir ging es darum zu informieren, dass es beispielsweise in Avenches mit Jean-Pierre Kratzer und seinem Team einen erfahrenen Veranstalter mit entsprechenden Möglichkeiten gibt. Das wussten viele überhaupt nicht, wie sich in verschiedenen Gesprächen herausgestellt hat. Meines Wissens nach hat zum Beispiel auch Boekelo Interesse an der Durchführung der Europameisterschaft bekundet. Letztlich ist es egal wo, Hauptsache das Championat kann stattfinden. Ich habe immer das Gefühl dass Spring- und Dressurreiten, gerade im Hinblick auf solche Entscheidungen, höher gewichtet wird und das kann ich nicht nachvollziehen – hier geht es auch um Gleichberechtigung zwischen den Disziplinen.

Wie fallen die bisherigen Reaktionen auf dein Statement aus?

Ich habe viele positive Rückmeldungen bekommen. Das Statement soll ja auch niemanden unter Druck setzen, sondern lediglich informieren und dazu beitragen eine Lösung zu finden. Auch den aktuellen Stand, dass über die Durchführung einer Vielseitigkeits-EM dann entschieden wird, wenn sicher ist ob die Olympischen Spiele stattfinden oder doch nicht, können viele nicht verstehen. Das müsste dann ja ebenso für Springen und Dressur gelten. Ich denke, diese Entscheidung sollte unabhängig davon getroffen werden. Grundsätzlich wünschen sich sicher viele Reiter, auch ich, mehr in Entscheidungen mit einbezogen zu werden. Am Ende wäre es für alle Beteiligten wichtig, wenn zunächst die Frage, warum in zwei Disziplinen eine EM stattfinden soll und in der Vielseitigkeit, trotz motivierter Veranstalter, bislang nicht, klar beantwortet werden könnte.

(Interview: Sabine Wentsch Foto: TomsPic)

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