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Sonntag, 09.02.2020

Fast eine perfekte Punktlandung

Günter Treiber hat in seinem Leben fast 100 S-Springen gewonnen, aber das erlebt der Eppelheimer Pferdewirtschaftsmeister auch nicht alle Tage: Dass er den Sieg in der Tasche hat, bevor die Springprüfung zu Ende ist. Aber so war es am Sonntagabend im S-Springen des Reitturniers in der Halle von Nußloch. Als er im Sattel seines neunjährigen Wallachs Guiness in die Bahn galoppierte, stand er schon als Sieger fest. Denn der 43-jährige Berufsreiter und Regionaltrainer der nordbadischen Springreiter-Jugend hatte nach fehlerfreien Runden zwei Pferde für das Stechen qualifiziert: Guiness und seinen erfahrenen 14-jährigen Buddy Holly, beides Pferde aus niederländischer Zucht.

Nur Günter Treiber blieb auch im Stechen ohne Abwurf, zunächst mit Buddy Holly. So stand schon vor seinem zweiten Ritt fest, dass er sich nur noch höchstpersönlich von Rang eins verdrängen könnte. Welch ein Luxus.

Günter Treiber ist im Sattel Perfektionist. Daher versuchte er die Punktlandung, wollte Erster und Zweiter werden. Ein Ritt ohne Stangenkontakt war die Voraussetzung. Das gelang zwar, aber der Chef des Eppelheimer Hegenichhofs hatte die Zeit nicht ganz im Blick, kassierte Zeitfehler und musste sich mit Guiness auf Rang vier einreihen. Er nahm es mit Gelassenheit, denn auch so beherrschte er das Nußlocher S-Springen und wurde zum erfolgreichsten Reiter. Schon bald kann der erfahrene Berufsreiter die 100 S-Siege auf seinem Konto voll machen. Zwei Goldschleifen stehen noch aus bis zu diesem besonderen Jubiläum. Vielleicht gelingt es schon beim nächsten großen Springturnier in der Region Heidelberg: Anfang März in  Kirchheim.

Der Sieg von Nußloch wurde ihm nicht leicht gemacht. Das Starterfeld war mit 15 Paaren zwar klein aber erlesen. Turnierleiter Matthias Hassmann freute sich über die Nachnennung von David Will, dem Nationenpreisreiter und Mannheimer Badenia-Sieger. Will jettete direkt vom Weltcup-Turnier in Sharjia am Persischen Golf nach Nußloch, um am S-Springen teilzunehmen. Auch Richard Vogel, Vorjahressieger und U25-Bundeschampion, war hochmotiviert.

Aber der Stechparcours von Parcourschef Andreas Wagner war auf den geräumig galoppierenden Buddy Holly zugeschnitten. Richard Vogel kam mit dem Franzosenwallach Don de Semilly zwar noch etwas schneller ins Ziel, kickte aber eine Stange in den Sand: Vier Fehler. David Will landete mit Stephanie auf Rang drei vor Treibers Guiness, dem Viernheimer Routinier Bernd Herbert mit Cantucky, dem Hessen Marcel Wegfahrt mit Acocento und dem Neunkirchener Andreas Woll mit Scoubidou.

Das S-Springen war Abschluss und Höhepunkt von drei Turniertagen in der Nußlocher Halle, die am Freitag von den Dressurreitern eröffnet wurden. Auch da gab es prominente Besetzung: Die australische Olympiareiterin Hayley Beresford, die im Raum Stuttgart lebt und trainiert, war in der Zwei-Sterne-M-Dressur eine Klasse für sich und siegte im Sattel des Fuchswallachs Fayani. Ihren Platz im Nußlocher Parcours hatten diesmal auch die besten Pony-Springreiter des Landes: In der ersten Wertung des Pony-Master Baden-Württemberg hatte die Walldorferin Elena-Malin Reitzner mit ihrer Kampfmaschine Gordi die Nase vorn.

In Nußloch haben schon die Vorbereitungen auf das nächste Reitturnier begonnen: An Pfingsten findet wieder das große Dressur-Jugend-Festival statt (rok/Foto: Jan Pfeiffer)

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