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Montag, 14.09.2020

Die IG-Veranstalter ist gegründet - und diskutiert gleich intensiv

„Zweck des Vereins ist die Förderung des Reitsports mit besonderem Hinblick auf reitsportliche Veranstaltungen zur Förderung und Unterstützung des reiterlichen Turniersports aller Sparten. Hierbei soll der Zusammenschluss der Turnierveranstalter und das Gehör bei der FN, im Landesverband als auch auf überregionaler Ebene gefördert und ein besseres Mitspracherecht erzielt werden. Ziel ist die stärkere Einbindung der Turnierveranstalter in die Entscheidungsprozesse der Landeskommission und des Landesverbandes.“

Mit diesen Worten beginnt die erste Satzung des neuen „Vereins der Turnierveranstalter Baden-Württemberg e.V.“ Kurz: IGTV (für Interessensvertreter Turnierveranstalter) BW. So lautet auch die Internetadresse des Vereins, der seinen Sitz in Stuttgart hat: www.igtv-bw.de

Es ist die erste landesweite Interessensvertretung dieser Art in der der Republik. In der Versammlung, die unter freiem Himmel beim Pforzheimer Reiterverein stattfand, wurde gleich heftig diskutiert – es ging um die Themen, die Vereinen und Reitern aktuell auf den Nägeln brennen.

 

Huttrop-Hage erster Vorsitzender

 

Rund 60 Vertreter von Reitervereinen, die Turniere veranstalten, waren im Pforzheimer Reiterverein anwesend, um mit der Vorstandswahl die Vereinsgründung zu besiegeln.

Wie erwartet, führen die drei Impulsgeber und Gründer den neuen Verein nun an: Kai Huttrop-Hage, unter anderem Turnierleiter in Stuttgart und Geschäftsführer auf Hofgut Albführen, wird die IG führen. Reinhard Schill aus Offenburg, Vorsitzender in Ichenheim und Turnierchef der Baden Classics und Dieter Melwitz, Richter, Vorsitzender und Turnierchef in Ilsfeld, sind seine Stellvertreter. „Für mich ist es eine Herzensangelegenheit, den Veranstaltern den Rücken zu stärken“, betonte Huttrop-Hage.

Andrea Kunzmann aus Oberderdingen, Meldestellen- und Turnierleiterin mancherorts, wird als Schriftführerin agieren, Christian Kraus, Pforzheims Reiterpräsident, ist Schatzmeister.

Beisitzer mit Fachbereichen sind Eliza Hirscher aus Böblingen, Rechtsanwältin Jasmin Himmelsbach aus Ditzingen, Günter Karle aus Dertingen, Gregory Wiegand aus Eppelheim , Michael Raupp aus Stutensee, Dr. Simone Günther aus Überlingen und Annette Krämer-Händel aus Forst.

 

Thema „Stempelvereine“

 

„Die Zeiten ändern sich und für manche Veranstalter dramatisch“, spitzte Huttrop-Hage zu – und spielte auf die aktuelle Situation der Unsicherheit an. Erste Themen waren die aktuelle Diskussion um Startplatzbegrenzungen und so genannte „Stempelvereine“, die selbst keine Turniere veranstalten. Auch Südbaden-Geschäftsführer Martin Frenk bemängelte Vereine, die Turnierreiter schicken, aber keine Veranstaltung anbieten. In Südbaden löse man das Problem über eine erhöhte Aufnahmegebühr. Möglicherweise könnte man eine Stamm-Mitgliedschaft an das Engagement als Veranstalter knüpfen. Das ging bis zu einem Vorschlag, dass sich nur Vereine gegenseitig einladen sollten, die in der IGTV organisiert sind.

Christian Kraus schlug vor: „Wer zwei Jahre lang kein Turnier gemacht hat, muss eine Sondergebühr an den Reiterring bezahlen.“ Eine Arbeitsgruppe soll sich dem Thema widmen.

Huttrop-Hage hatte eingangs betont, dass eine höhere Repräsentanz der Turnierveranstalter in den Gremien des Landesverbandes das Hauptziel des neuen Vereins sei. Es bleibt die Forderung, nach mehr Stimmen der Veranstalter in der LK. Generell fordere man mehr Freiheit, „auch bei der Frage, wer auf unseren Turnieren reitet und wer nicht“. Eine Starterzahl-Begrenzung sei jedenfalls nicht für alle Regionen sinnvoll. Jedenfalls sollte eine solche Begrenzung regional individuell angewandt werden.

 

Gemeinsam mit den Gremien

 

Er betonte aber auch: „Wir wollen keinen Kampf und keinen Sturm im Wasserglas, wir wollen den Sport gemeinsam mit den Gremien voranbringen,“ Wichtig war ihm auch zu betonen: „Wir sind nicht nur für die großen Veranstalter da, sondern für alle.“

Einige Veranstalter aus Vereinen sprachen sich dafür aus, dass die Reiter über Nenn- und Startgelder mehr vom finanziellen Risiko tragen sollten.

Auch die Häufung von S-Turnieren finden die führenden Vertreter der IG kritisch. Christian Freese von den Immenhöfen regte an, die S-Springen teurer und dadurch seltener zu machen. S-Springen müssten kostbarer werden.

„Wir werden künftig noch mehr Kollisionen haben, weil es private Veranstalter gibt, die mehrere Turniere im Jahr machen wollen“, analysierte Huttrop-Hage die aktuelle Situation. Klar wurde auch: Die „Profi“-Turniere werden von einigen Vereinsvertretern auch als harte Konkurrenz betrachtet. „Aber wir können niemanden bestrafen, weil er ein tolles Turnier macht“, brach Gregory Wiegand eine Lanze für Witzemann und Co.

LK-Vorsitzender Frank Reutter bemängelte aber auch eine fehlende Disziplin von Veranstaltern bei der Anmeldung von Turnieren und eine liederliche Nutzung des langfristigen Turnierkalenders. Er verwies auf eine Terminsitzung der LK am 20. Oktober. Diese Sitzung gibt es seit einem Jahr wieder, um die Terminabsprache zu  verbessern. „Je früher ein Turnier angemeldet wird, umso leichter ist die Abstimmung“, erklärte er.

Im Moment befinde sich der Turniersport im Land ohnehin in einem „Ausnahmezustand“, er beklagte einen „Einbruch“ bei den kleinen Turnieren und WBO-Prüfungen. „Ich appelliere an die Veranstalter, wieder Prüfungen für die Basis auszuschreiben“, so der LK-Chef.  Simone Günther aus Überlingen warnte vor einer drohenden Entwicklung: „Die kleinen Veranstalter brechen uns weg, wir müssen uns über eine Förderung dieser Veranstalter unterhalten.“ (rok/Foto: Doris Matthaes)

 

 

 

 

 

 

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