Logo
Sonntag, 22.09.2019

Landesjugendcup – von starken Talenten und verpassten Chancen

Beim Finale der Landesjugendcups in Pforzheim sah es gerade so aus, als gäbe es keine Nachwuchskrise im Land. Man sah eine ganze Schar starker Talente im Parcours und im Viereck. Aktive und Begleiter, aber zum Beispiel auch der erfahrene Dressurrichter Horst Eulich bemängelten die fehlende Präsenz der Landes- und Regionaltrainer, die sich die Möglichkeit der Talentsichtung entgehen ließen. „Da wurde eine Chance vertan“, kritisierte Horst Eulich. „In diesem Alter müssen die Jugendlichen abgeholt werden, wenn nicht hier“, fragte er, „wo dann?“

Seitens des Verbandes waren Vizepräsident Dr. Gerard Klotz und Landesjugendwartin Petra Schubert vor Ort,  Landesverbands-Geschäftsführerin Miriam Abel fungierte als Wertungsrichterin – aber von den Trainern fehlte jede Spur, Das sorgte auch vor dem Hintergrund immer wieder zu hörender Klagen über Nachwuchssorgen in den Regional- und Landeskadern für Unverständnis. „Da wird man sicher nochmal darüber reden müssen“, erklärte Dr. Gerhard Klotz, sichtlich überzeugt vom Landesjugendcup-Niveau: „Das Konzept stimmt“, bescheinigte er.

Positiv: Gemeinsam mit Petra Schubert suchte Klotz nach den Siegerehrungen das Gespräch mit den Reitern und deren Begleitern – ein richtiger Schritt in die richtige Richtung.

In der U16-Dressurwertung siegte Für Fabienne Fürst aus Überlingen, wo man Jugendarbeit sehr wichtig nimmt. Die Schülerin von Nadine Materna bildet mit  ihren  Wallach Serafino ein elegantes Paar – mit viel Perspektive nach oben. Zweite wurde die bereits erfahrene Fiona Serafina Lukas aus Tamm mit ihrem deutlich gesteigerten Aragorn T, Dritte Amely Böhm, die von Markus Zellner betreut wird, auf dem Pony Silverino.

Lisa Bräuninger aus Ehestetten auf der Schwäbischen Alb siegte mit ihrer treuen Stute Queens Sunshine souverän im Springen U16, auch für die Schülerin von Wolfgang Arnold und Constanze Pape, dürfte der Weg nach oben noch lange nicht zu Ende sein.

Julia Schreiber aus Mannheim-Neckarau belegte mit Comtessa Rang zwei vor Maxine Riebel aus Kehl-Sundheim im Sattel von Renetta Mia.

Kein Zufall: Die Cupsiegerinnen stammten allesamt aus dem Training bei professionellen Ausbildern. Daran führt eben im Reitsport kein Weg vorbei. Den überlegensten Titel sicherte sich Eberhard Geigers Schülerin Lilian Klingel bei den Großpferden U14 mit der schicken Stute Finest Feodora und der Note 8,0 – auch mit diesem Team dürfte es weiter nach oben gehen. Auch die nächsten jungen Damen zeigten elegante Ritte: Louisa Leonhard mit Divina aus Lahr-Reichenbach und noch feiner in der Einwirkung Janka Sadowski aus Leonberg mit Equias Look at me.

Die U14-Ponywertung im Viereck entschied die Eppelheimerin Ann-Sophie Mayr für sich, die mit Wild West von Julia Kühn in Ladenburg trainiert wird. Auf den Plätzen landeten Cecilia Huttrop-Hage vom Hofgut Albführen mit Trentino und Hanna Käppler aus Öhringen an ihren zwölften Geburtstag mit Burghoeves Kenzo.

Im Parcours U14 bei den Ponys setzte sich Helena Himstedt aus Wangen in Oberschwaben durch; sie ist öfter noch im Vielseitigkeitssport zu sehen. Auch hier wurde Cecilia Huttrop-Hage mit Overfly verdient Zweite vor Vanessa Kölz aus Winnenden mit Emi.

Bei den Großpferden war die erst elfjährige Elisabeth Geisinger auf der Württemberger Catoki-Tochter Clara von ihren Erfolg selbst am meisten überrascht, diesmal wurde Vanessa Kölz, Schülerin und Nichte von Landesmeister Markus Kölz, mit Amaretto Zweite vor Chiara Berger aus Obersulm mit Pirelli.

Viel Lob verdiente sich erneut der Pforzheimer Reiterverein als Ausrichter mit einem motivierten Team um den Vereinsvorsitzenden Christian Kraus. Es spricht nichts dagegen, wenn sich der Landesjugendcup in Pforzheim etabliert  (rok | Fotos: D. Matthaes)

Top