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Freitag, 05.04.2019

Graves rüttelt vergeblich am Thron der Königin


Es ist das seit 2017 anhaltende Duell im Weltcup-Finale zwischen der US-Amerikanerin Laura Graves und Isabell Werth das auch den heutigen Grand Prix im Hexenkessel von Göteborg prägte. Nach den gescheiterten Angriffsversuchen der 31-Jährigen Graves in Omaha und zuletzt in Paris soll im Scandinavium endlich der Gesamtsieg glücken - alle guten Dinge sind ja bekanntlich drei. Beim Auftakt hatte mit Isabell Werth die vierfache Weltcup-Finalsiegerin vorzulegen. Europameisterin Weihegold OLD brachte sie mit zu den Reitsport-begeisterten Schweden, nachdem sich der zuletzt geschlagene Emilio vor wenigen Wochen nicht in gewohnter Form präsentierte. Doch für "Weihe" war das Projekt Titelverteidigung sowieso auf dem Plan. Denn nach Göteborg geht es für die Passage-Piaff-Spezialistin in die Babypause.

Frisch, ausdrucksstark und mutig legten die amtierenden Europameister los - die starke Konkurrenz aus den Staaten lies keine Zeit zum langsam warm werden zu. Der Blick der Rheinbergerin beim Schlussgruß sprach Bände. Diese Runde war eine klare Kampfansage. 81,755 Prozent leuchteten auf der Anzeigetafel, den Verfolgern wehte schon vor dem ersten Tritt im Viereck der kalte Wind ins Gesicht. "Weihegold ist in Spitzenform", erklärte Werth den Pressevertretern aus aller Welt im Anschluss. Das hatte keiner übersehen.

Graves musste also nachlegen - kein Risiko zu nehmen war keine Option. Ihr mittlerweile 17-jähriger Verdades - der oft Genie, selten aber auch Wahnsinn verkörpert- behielt die Nerven und machte klar, dass der Gesamtsieg für Werth nicht zur Kaffeefahrt werden wird. Mit 80,109 Prozent rüttelte das amerikanische Top-Duo heute zwar erneut vergeblich am Thron der Königin, doch die entscheidende Runde für den Gesamtsieg steht ja erst morgen an. Drei der sieben Richter sahen "Diddy", so wird Graves KWPN-Wallach im Stall gerufen, heute schon vor Werth und Weihegold. Bei Maria Colliander aus Finnland schmierte das Paar jedoch auf Platz fünf ab.

Hinter dem Kopf an Kopf-Duell an der Spitze reihte sich der dänische Aufsteiger Daniel Bachmann Andersen samt Blue Hors Zack auf Platz drei ein. Helen Langehanenberg und Damsey landeten auf Platz fünf, Benjamin Werndl blieb beim ersten Weltcup-Finalauftritt seiner Karriere im Sattel von Daily Mirror Rang elf im starken Feld. Morgen ab 16 Uhr wird es in der finalen Kür ernst. (FA)

Foto: FEI/Liz Gregg

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