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Sonntag, 06.01.2019

Drehers letzter Test für Basel


Hans-Dieter Dreher war der überragende Mann beim Dreikönigsturnier in Eppelheim. Im Sattel seines Ungarn-Wallachs Belcanto siegte er auch im Großen Preis am Sonntagmittag. Die Siegerrunde der besten Vier wurde zum „Kampf der Giganten“.

Matthias Hassmann und Hartmut Spitzer klatschten sich ab. Die Parcourschefs des Dreikönigs-Reitturniers in Eppelheim hatten – unterstützt von ihrem Assistenten Gregory Wiegand – eine Punktlandung geschafft. Vier Reiter kamen gestern Mittag im S-Springen für die Siegerrunde und damit für einen Sieg im Großen Preis in Frage. Und vier schafften im Normalparcours eine fehlerfreie Runde, so dass diese Finalrunde optimale Spannung bot.

Das war nicht leicht für das Parcourscheftrio. Denn zwar traten nur zwölf Paare in diesem Springen an. Aber alle hatten Chancen auf einen Sieg – alles Topreiter aus der Region und Baden-Württemberg.

So war die Entscheidung auch offen bis zum letzten Starter: Das war Hans-Dieter Dreher vom Gestüt Grenzland am südbadischen Dreiländereck. Das „Kleeblatt“ in der Siegerrunde bot hochklassigen Sport.

Da war „Hansi“ Dreher, seit acht Jahren Baden-Württembergs Nummer eins, Nationenpreis- und Weltcupspringensieger, Ranglistensiebter in Deutschland, auf dem quirligen Fuchswallach Belcanto, elf Jahre alt, geboren in Ungarn.

Dann Niklas Krieg, schon als Junior und Junger Reiter Europameister, Mitglied im bundesdeutschen Perspektivkader, Sieger so großer Preise wie Leipzig und Offenburg, auf seinem riesigen jungen Schimmel Quater past.

Günter Treiber, Pferdewirtschaftsmeister, Chef des Hegenichhofs in Eppelheim, Nordbadens Regionaltrainer, seit Jahren stärkster Reiter im Raum Heidelberg, im vergangenen Jahr mit großen Siegen, unter anderem im Finale der Landesmeisterschaften von Schutterwald.

Und natürlich Bernd Herbert, 55 Jahre alter Haudegen aus Viernheim, Nationenpreisreiter, Hessenmeister mit einigen hundert S-Siegen auf dem Konto. In der Szene hat er den Spitznamen „Ironman“,weil er vor zwei Jahren nach einem Sturz mit Metallplatten am Beckenknochen so schnell es ging wieder in den Sattel stieg. Unter seinem Sattel: Die Holsteiner Schimmelstute Simply the best. 17 Jahre alt, ein Pferd, das lesen und schreiben kann, wie man so sagt.

Günter Treiber musste als erstes in die Bahn, sein langbeiniger Holsteiner hatte im Normalparcours fast wie ein Flugzeug abgehoben. Jetzt aber: Ein Abwurf. Niklas Kriegs sprunggewaltiger Schimmel blieb null, für einen allzu schnellen Ritt fehlte dem Pferd aber die Routine. Die Zeit: 37,97 Sekunden. Herberts Schimmelstute ließ sich ablenken, kickte sogar zwei Stangen zu Boden.

Dann Hans-Dieter Dreher, Spezialist für pfeilschnelle Ritte. So auch in Eppelheim zum Dreikönigs-Finale: Sein bunter Fuchs raste fast im Renngalopp von Sprung zu Sprung, sein drahtiger Reiter in Jockey-Manier auf seinem Rücken. Die Uhr blieb bei 34,8 Sekunden stehen, drei Sekunden schneller! Fünfter wurde Thomas Mang, der Jungprofi ist seit Herbst als Bereiter Drehers „rechte Hand“ im Gestüt Grenzland. Der fein reitende Stilist, ein Schüler von Klaus Reinacher, hinterließ einen denkbar guten Eindruck.

Eppelheim war für Dreher, aber auch für Niklas Krieg die Generalprobe für das hochdotierte Fünf-Sterne-CSI-Turnier in Basel, mit der am kommenden Wochenende die internationale Saison beginnt. Besonders interessant: in einem eher belanglosen Rahmenspringen setzten die beiden Cracks ihre aktuellen Toppferde Berlinda (Dreher) und Carella (Krieg) ein. Beide durften lässige Trainingsrunden absolvieren, um in der Schweiz, wo es um viele Fränkli, geht topfit zu sein. Eppelheim lag da gut auf dem Weg (rok).

Foto:D.Matthaes/Hansi Dreher-Belcanto

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