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Marbacher Hengstparaden erzählen eine unglaubliche Geschichte

Wie ein roter Faden zog sich im Jahr des Araber-Jubiläums die Erzählung der Geschichte des 1816 mit seiner Familie von Reutlingen nach Georgien ausgewanderten achtjährigen Noa Epp durch die Marbacher Hengstparaden. Der junge Reutlinger war in Georgien geraubt, als Sklave über Istanbul nach Ägypten verkauft und vom Württembergischen König Wilhelm I befreit worden. Nach der glücklichen Rückkehr nach Stuttgart diente Noa Epp am Hofe als Vorreiter, Hofkutscher und Berater des Königs bei dessen Araber-Importen. Die Geschichte war bereits 1934 im Reutlinger Generalanzeiger veröffentlicht und erst vor kurzem wieder entdeckt worden. Für viele Zuschauer war diese Erzählung in drei Akten interessanter als die traditionellen Vorstellungen von Zucht- und Rassepferden.

Dass die Marbacher Araberhengste und -Stuten stärker im Vordergrund standen als sonst, wurde gerne hingenommen. Moderator Jan Tönjes aus Hamburg verstand es wieder vorzüglich, die 14 Schaubilder dem Publikum (darunter der Ministerpräsident des Landes, der Tübinger Regierungspräsident, der Landwirtschaftsminister, viele Abgeordnete und Behördenleiter), anschaulich und mit hohem persönlichem Engagement nahe zu bringen.

Die beim Araber-Jubiläum Anfang Juli in Scharnhausen aufgekommene Idee, im früheren königlichen Gestüt einen Araber für den Einsatz in der Hippo-Therapie zu stationieren, ist vom Förderverein Marbach mit Hilfe namhafter Sponsoren verwirklicht worden. Bei der zweiten Parade konnte Landwirtschaftsminister Peter Hauk dem rührigen Scharnhauser Therapiezentrum den ersehnten Araber übergegeben: es ist der in Marbach ausgesuchte vierjährige Schimmelwallach Saradan ox von Said ox/Dschehim ox.

Ministerpräsident Wilfried Kretschmann betonte in seiner Begrüßungsrede, wie sehr er sich freue, der Pferde wegen wieder einmal im ältesten deutschen Staatsgestüt zu Gast sein dürfen. Er dankte den vielen Helfern, dass sie die Parade - auch mit vielen Überstunden - erneut zu einem Höhepunkt gemacht hatten und versprach weitere Unterstützung des Gestüts auch beim Wiederaufbau des vor Kurzem in St. Johann abgebrannten Magazins.

Die dritte und letzte Parade ist am 3. Oktober. Im Jahr 2018 finden die Marbacher Hengstparaden Ende September/Anfang Oktober beim 200. Landwirtschaftlichen Hauptfest auf dem Cannstatter Wasen statt.         heo

Fotos: Doris Matthaes

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